Baubiologie

Augen auf beim Möbelkauf – gesunde Möbel kaufen

Wer Vollholzmöbel hat, ist fein raus… wer allerdings gerne weiße Möbel hat oder aber nicht so viel Geld ausgeben will, der sollte auf ein paar Dinge beim Möbelkauf achten.

  • entweder Vollholzmöbel oder
  • Möbel mit Blauem Engel
  • immer gut lüften
  • nicht übertreiben, d.h. nicht zu viele Möbel aus Holzwerkstoffen, denn für die Raumluft spielt auch die Menge an Platten zum Raumvolumen eine Rolle

Besonders Möbel aus Spanplatten können Lösemittel und Formaldehyd ausdampfen. All diese Stoffe können Allergien, Atemwegsprobleme und schlimmeres hervorrufen. Seit Juni 2014 wird Formaldehyd durch die EU als „kann Krebs erzeugen“ (Kategorie 1 B gemäß CLP-Verordnung) eingestuft. Mehr Informationen gibt es dazu beim Umweltbundesamt.

Der Abbau von Formaldehyd kann durch bestimmte Grünpflanzen zu beschleunigt werden. Hierzu gehören Grünlilien, Drachenbaum, Efeu, Purpurtute, Philodendron, Aloe und Gerbera. Das macht jedoch nur bei geringen Formaldehydbelastungen Sinn. Bei größeren Belastungen hilft nur der Ausbau.

Um einigermassen sicher zu sein, dass aus den Möbeln keine schädlichen Stoffe ausdünsten, kann zum Beispiel ein Möbel mit einem Blauem Engel (entweder RAL UZ 38 für Produkte aus Holzwerkstoffen oder RAL UZ 76 für emissionsarme Holzwerkstoffplatten) eine gute Alternative sein. Hier werden 0,05ppm gefordert. Dies entspricht 60µg/m3. Der gesetzliche Standard liegt mit den E1-Platten bei 0,1ppm, also doppelt so hoch.

Besser noch ist es die Baustoffanforderungen des Sentinel Haus Instituts für Holzwerkstoffe und Ausbauplatten (< 0,48 μg/m3) zu erfüllen. Dies ist aber bei den gängigen Möbelherstellern nicht so einfach zu erkennen, wie bei einem Blauen Engel, und eher mit einem Schreiner umzusetzen.

Weitere Blaue Engel gibt es übrigens für:

Um dem Umweltgedanken Rechnung zu tragen sollte bei Holzprodukten auch ein FSC– oder PEFC-Siegel (Holz auch nachhaltiger Forstwirtschaft) vorhanden sein. Dabei wird auf nachhaltigen Anbau von Holz geachtet und einer illegalen Rodung von Urwäldern vorgebeugt. Auch die Rechte der Arbeiter und ggfls. der Waldbewohner werden gesichert.

Zu empfehlen sind abschließend auch Raumluftmessungen, um eine Schadstoffbelastung ganz auszuschließen.