Leder

Nachdem ich auf der Suche nach einer neuen Laptoptasche war und die eleganteren Varianten  alle aus Leder sind, stellte sich die Frage, wie läßt sich das mit meinem Nachhaltigkeitsgedanken vereinbaren…

Das meiste Leder wird aus Rindern gewonnen. Paradoxerweise kommt der Grossteil aus Indien, wo Kühe als heilige Tiere gelten.

Die Haut von Bullen oder Ochsen ist hochwertiger, da sie dicker ist. Die dünnere Kuhhaut wird meist exportiert. So werden 70% der deutschen Häute in Asien weiter verarbeitet.
Insgesamt werden über 2 Millionen Häute in Deutschland verarbeitet, das nach Spanien und Italien der drittgrößte europäische Produzent ist. Weltweit liegt China mit 37%.

Die Lederherstellung ist eine der schmutzigsten Leichtindustrien überhaupt. Da aber auch die Chinesen dieses Problem mittlerweile erkannt haben und die Umweltvorschriften verschärfen, wandert die Industrie in andere asiatische Länder wie zum Beispiel Bangladesch, Pakistan, Vietnam oder Sri Lanka und Nepal.

Es finden sich unter anderem giftige Stoffe wie Nonylphenolethoxylate, Per- und Polyfluorierte Chemikalien in den fertigen Lederprodukten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz fand Ende 2010 in beinah 50% aller genommener Proben Chrom-VI (krebserregend), obwohl es seit Sommer 2010 in Gebrauchsgegenständen verboten ist.

Was sind sinnvolle Alternativen zu konventionell bearbeitetem Leder?

Pflanzliche Gerbstoffe sind eine gute Alternative zum umstrittenen Chrom. Hierfür werden Eichenrinde, Kastanienholz, Rhabarber oder Olivenblätter verwendet.

Allerdings wird dafür mehr Wasser benötigt und das Leder auch nicht so weich mit Chrom. Wollte man alle Häute so färben, würde man auf entsprechend großen Flächen pflanzen müssen und Monokulturen entstehen. Und Bio sollte das Leder an sich dann schon auch noch sein.

Auf meinen Pinterest-Pinwänden findet Ihr ein paar gute Bio-Ledertaschen-Herstellern.